Im Beitrag zuvor habe ich dieses Thema bereits angesprochen. Es spielt eine sehr große Rolle in meinem Leben, da ich von klein auf immer das Gefühl hatte, anderen zur Last zu fallen, wenn ich meine Probleme äußerte.
Woher das so genau kam, ist auch heute noch nicht genau bekannt, doch ich vermute, dass es mitunter daran lag, dass sich meine Eltern oft stritten, unglaubliche Sorgen um Geld und Arbeit hatten und ich das alles auf mich bezog. Ich hatte Angst, ihnen mit meinen Problemen zusätzlich zur Last zu fallen.
Heute weiß ich, dass das falsch war. Wenn wir heute über die Vergangenheit sprechen, sehe ich öfter den Schmerz in den Augen meiner Eltern, da sie nichts von meinen Problemen wussten. Doch sie können ja keine Gedanken lesen.
Noch heute plagt mich der Gedanke, wenn ich jemanden frage, ob er mich abholt, ich meinen Freund frage, etwas für mich zu tun oder ich einen Freund bitte, mit mir zu reden.
Die Angst steckt tief in mir, doch heute spreche ich darüber. Ich sage offen, wenn ich das Gefühl habe, ich erkenne es als solches an und erörtere, ob es Sinn ergibt. Denn in den meisten Situationen katapultiere ich mich in die Vergangenheit. Ich bin in diesen Momenten wieder das kleine Mädchen, dass ihre Eltern nicht noch mit den eigenen Gefühlen belasten möchte. Wenn ich das erkenne, kann ich mir sagen, dass heute eine ganz andere Zeit ist.
Meine Mutter sagte mir, dass ich heute nur noch dann weine, wenn es einen Grund hat, den ich benennen kann und dass es dadurch bei weitem nicht mehr so schlimm ist wie früher. Im Gegenteil, sie nimmt mich in den Arm und lässt mich einfach ausweinen. Auch mein Netzwerk hilft mir dabei. Ein Freund, mit dem ich fast kontinuierlich im Videochat bin, sieht mir an der Nasenspitze an, wenn etwas nicht stimmt, und beginnt sofort das Gespräch. Kim spürt meist, ohne mein Zutun, wenn etwas nicht in Ordnung ist und schreibt mich aus heiterem Himmel an.
Wir fallen niemandem zur Last und wenn doch, dann wird diese Person uns sagen, dass sie aktuell keinen Nerv dafür hat oder Ähnliches. Dann ist es an uns, das zu akzeptieren und uns wem anders zu öffnen. Vor allem sollten wir nicht gleich beleidigt sein, denn jeder hat sein Päckchen zu tragen und manchmal kann man in einer solchen Situation anderen nicht helfen. Das ist vollkommen in Ordnung, solang man darüber kommuniziert.
So ging es mir neulich mit meinem Freund. Ihm ging es unglaublich schlecht und er schaffte es nicht, mich aufzufangen, und sagte mir, dass er das im Moment nicht kann. Klar verletzte es mich, doch er war ehrlich und ich ging zu meinen Eltern, auch damit ich ihn nicht zusätzlich belastete, das verstand er.
Es gibt immer eine Lösung und du fällst nicht zur Last. Diese Angst ist immer präsebt, doch sprich darüber und versuche, sie zu umgehen. Du schaffst das, da bin ich mir sicher!
Kya

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27.03.2021 Angst anderen zur Last zu fallen

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