Dieser Satz ist mir am meisten von meiner Reha im Kopf geblieben. Eine der Therapeutinnen fragte uns immer wieder: „Warum denkst du darüber nach, was andere denken? Weißt du, was ich denke? Was denkst du, was ich denke? Warum denkst du darüber nach, was ich denke? Weiß ich was du jetzt denkst? Ist es mir wichtig? Nein! Ich denke, was ich denke. Also denke nicht, was andere denken!“
Das klingt vielleicht sehr komplex und doch hat sie unglaublich recht. Wir denken viel zu sehr darüber nach, was andere von uns halten. Sind wir schön genug? Ist das, was wir tun richtig? Fallen wir zu sehr auf? Sollen wir mehr auffallen? Gefällt das, was wir tun allen?
In der Reha habe ich gelernt, zuallererst mir selbst zu gefallen. Meine Texte machten dort einigen Menschen Mut. Nicht allen, aber das ist klar. Nicht jeder kommt mit jedem Schreibstil und mit jeder Art klar, sonst gäbe es nicht so viele unterschiedliche Ratgeber und Bücher auf dieser Welt, glaubst du nicht auch?
Mein Ziel ist es, Menschen zu erreichen und glücklich zu machen. Sind es nur ein bis zwei, habe ich dieses Ziel bereits erreicht. Die Gedanken der anderen können mir vollkommen egal sein. So ist es auch, wenn ich aus dem Haus gehe. Wenn es mir nicht gut geht, ich aber noch, was einkaufen oder erledigen muss, kann es sein, dass ich einfach eine Jogginghose anbehalte, damit ich nach dem Nachhausekommen, mich sofort wieder auf die Couch legen kann. Natürlich kann es sein, dass ich dadurch von vielen Menschen schief angesehen werde, doch das kann mir egal sein.
Ein anderes Beispiel: Du gehst ganz normal zur Arbeit, der Morgen war stressig, nichts lief, wie es laufen sollte. Als du ankommst, wirst du von deiner Kollegin angelächelt. In diesem Moment gehen dir unterschiedliche Dinge durch den Kopf. Lächelt sie, um freundlich zu sein? Oder will sie etwas anderes ausdrücken? Hat sie vielleicht Mitleid, weil sie sieht, wie es dir geht? Steckt hinter dem Lächeln der Gedanke: „Sie/Er sieht wieder so schlecht aus“?
Du kannst nie wissen, was dein Gegenüber denkt. Daher solltest du gar nicht versuchen, diesen Gedanken zu denken, denn das führt nicht ans Ziel. Im schlimmsten Fall beginnst du eine Gedankenspirale über die Gedanken deiner Mitmenschen und vergisst, selbst zu denken. Damit verlierst du unglaublich viel Zeit, die du in dich und deine Entwicklung stecken und in der du deine eigenen Gedanken sortieren kannst.
Du wirst nie wissen, was die anderen wirklich denken, selbst wenn du sie darauf ansprichst. Und um ehrlich zu sein, was kümmert es uns?
Klar ist es wichtig, den ein oder anderen Gedanken mit deiner Familie, deinen Freunden oder sogar deinen Kollegen zu teilen. Wenn du konstruktive Kritik oder Lob erfährst, nimm dies auf, um dich zu entwickeln. Meist denken wir viel länger über einen Fehltritt nach, als die Menschen selbst. Sobald sie mit uns über den Fehltritt gesprochen haben, werden sie es abhaken, während wir vielleicht stetig im Kopf haben, dass sie uns das nachtragen, und jeder noch so kleine Fehler obendrauf kommt.
Lege diese Gedanken ab. Wenn du dich dabei erwischst, dass du darüber nachdenkst, was jemand anderes von dir denken könnte, höre deine innere Stimme sagen: „Denke nicht, was andere denken!“, und fokussiere dich auf die für dich wichtigen Dinge.

Kya

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26.05.2021 „Denke nicht, was andere denken!“

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