Sicherlich kennst du diesen Spruch und hast ihn schon das ein oder andere Mal in einem romantischen Film erlebt. Das Mädchen stößt durch Zufall mit einem Jungen zusammen und beide verlieben sich ineinander. Zu schön, um wahr zu sein, oder? Jeder möchte das erleben und sucht nach der großen Liebe. Leider übersehen wir dadurch andere liebenswerte Menschen oder verzweifeln daran, nicht den richtigen Partner zu finden. Spätestens wenn andere Familien gründen und den Frauen buchstäblich die biologische Uhr abläuft, werden wir nervös, traurig oder gar verbittert.
Ich dagegen habe irgendwann Stopp gesagt. Wofür das Ganze, wenn es im Endeffekt nur traurig macht? Ich beschloss für mich, wenn es passiert, dann passiert es und wenn nicht, sollte es noch nicht sein. Dies kommunizierte ich ebenfalls nach außen, auch wenn einige nicht verstanden, warum ich so ruhig bleiben kann, wenn ich keinen Freund finde, aber das ist meine Natur. Raus in die Welt, um jemand so kennenzulernen, konnte ich aufgrund meiner Beeinträchtigung auch nicht, was das Ganze noch erschwerte. Natürlich klopft keiner an die Tür und sagt “hey, willst du meine Freundin sein?”, das war mir bewusst, aber dennoch war meine Devise, wenn es passiert, passiert es. Und so war es. Im November 2015 lernte ich einen Jungen über das Internet kennen, der mit mir meine Leidenschaft zu einem bestimmten Anime teilte. Durch ihn lernte ich ein paar andere Leute in einer WhatsApp Gruppe kennen und wir schrieben viel miteinander. Unter ihnen war ein unscheinbarer und ruhiger Junge. Aus irgendeinem Grund hatte er einen Narren an mir gefressen und mochte es, mich zu ärgern. Ohne, dass wir es beide wirklich ahnten, entwickelte sich daraus etwas. Wir merkten schnell, dass wir dem anderen alles anvertrauen können, schrieben bis spät abends und lernten uns immer näher kennen. Im März 2016 trafen wir uns das erste Mal in echt und spürten sofort eine Vertrautheit, als ob man sich schon ewig kennt. Wir wussten nicht, wieso oder wohin uns diese Reise führt, aber wagten es und kamen zusammen. Anfangs sahen wir uns nur alle zwei Wochenenden, dann jedes. Klar hatten wir auch Phasen, wo der eine unsicher war, ob das wirklich das ist, was man möchte. Der Altersunterschied, die Beeinträchtigung, Träume und Wünsche, doch nach zwei Wochen nicht sehen und selten schreiben, war diese Unsicherheit verschwunden. Die Sehnsucht, den anderen nicht zu sehen und zu spüren, war größer und die Liebe siegte. Im Sommer 2019 haben wir dann geheiratet und leben jetzt gemeinsam in einer Wohnung und sind glücklich, den anderen zu haben.

Das Ganze gilt natürlich nicht nur für den richtigen Partner, sondern für alle Bereiche im Leben. Seit 2014 war ich jedes Jahr aufs Neue von circa Oktober bis März total krank. Das Leben zog so an mir vorbei. Ich arbeitete, wurde wieder krank und sogar so erschöpft, dass ich ohne mich festzuhalten, nicht mehr laufen kann. Dann wurde Frühling, ich ging wieder arbeiten und sammelte Kraft bis wieder Herbst wurde und es mir wieder den Boden unter den Füßen wegriss. 2016 lag ich dann auf der Couch, mal wieder krank und zählte die Holzbretter an der Wohnzimmerdecke. Da sagte ich mir, dass es doch etwas geben muss, was ich tun kann, auch wenn ich nicht viel Kraft habe. Ich liebte malen und Design und hatte das Glück dies auch im Liegen am Laptop tun zu können. Ich wollte aber etwas anderes… etwas mehr, also fing ich ein Grafik Design Fernstudium an, was ich ein Jahr später abschloss. Ich suchte hier und da Aufträge im Internet, hatte aber nicht viel Erfolg. Dank eines guten Freundes bekam ich schließlich ein paar Aufträge. Unter anderem stellte er mir am 02.04.2019 Kyara vor, für die ich dann ein Logo entwickeln durfte und einiges mehr. Kyara war angehende Autorin und wir verstanden uns auf anhieb gut. Ich durfte ein paar Texte von ihr lesen und traute mich, sie zu fragen, ob sie jemand hat, der Korrektur liest. Ich durfte es versuchen und bin seitdem ihr Korrektorat und übe mich nun auch im Lektorieren. Wir beide sind beste Freundinnen geworden, die sich immer gegenseitig zuhören, aufbauen oder einfach nur da sind.
Ich war immer zufrieden und mochte meinen normalen Job, aber jetzt merke ich richtig wie erfüllend die Arbeit und die Freundschaft mit Kya ist. Ich bin Gott dankbar für diese Zusammenführung und freue mich auf das, was noch kommen mag.
Drum lass dir den Rat geben: “Sei nicht ständig auf der Suche nach etwas oder jemand, sonst bist du blind für die anderen schönen Dinge um dich herum. Das Glück findet immer einen Weg zu dir”

Eure Kim

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02.04.21 Nicht gesucht und doch gefunden

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