„Dich braucht keiner!“, „Wer will dich schon?“; „Sicher, dass er der Richtige ist?“, „Geh sterben!“, „Das alles muss beendet werden!“, „Dich wird sowieso niemand vermissen!“
Diese und ähnliche Sätze höre ich immer wieder in meinem Kopf. Vielleicht geht es dir auch so, wenn nicht, ist es sehr sehr gut. Dann hoffe ich, dass das so bleibt. Du weißt nicht allzu viel von mir, daher hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung. Ich hatte in meiner Vergangenheit einige schlechte Zeiten, Streitereien meiner Eltern habe ich auf mich bezogen, mein Vater schrie mich einmal mehr an, als es notwendig gewesen wäre und dazu kam, dass ich immer Angst hatte, allen zur Last zu fallen. Mit zehn Jahren begann die Abwärtsspirale. Mein Leben änderte sich drastisch, da ich viele Cousinen und Geschwister bekam, außerdem begann das Mobbing in der Schule, ein Übergriff auf mich und so weiter.
Ich bin mir sicher, dass ich noch nicht alles aus dieser Zeit aufgearbeitet habe, was passiert ist. Ich glaube, dass ich diese Stimmen damit das erste Mal mit 14 oder 15 Jahren hatte. Sie sagten mir, dass mich sowieso niemand vermissen würde und war fast gewillt, ihnen zu glauben. Glücklicherweise hatte ich einen rettenden Stern, dem ich das alles nicht antun konnte.
Heute, 15 Jahre später, sitze ich erneut hier. Habe viele gute Bekannte, Freunde, enge Freunde und sogar mehrere beste Freunde. Alles mit meiner Familie ist geklärt, ich habe einen wunderbaren Freund, einen halbwegs erfüllenden Job und ich gehe meiner Leidenschaft, dem Schreiben nach. Und dennoch kamen die Stimmen wieder. Sie begannen, im Oktober meinen Kopf zu zermürben. Dies zog sich bis Ende Dezember. Ich begann, sie zu akzeptieren, doch niemals nach ihnen zu handeln. Ich kenne die Menschen um mich herum und weiß, wie wichtig ich ihnen bin. Auch wenn ich für mich selbst lebe, meine Ziele und Träume verfolge, nutze ich gerne in solch einer Situation die Tatsache, dass ich für andere am Leben bleiben muss. Ich sitze hier und weine, ich lass sie reden oder zeige die Argumente auf. Das Wichtigste ist, dass ich, wenn alles zu viel wird, darüber mit jemandem spreche.. Mit einem Therapeuten oder auch einfach nur mit einem Freund. Manchmal reichen sogar Fremde, denen ich meine Geschichte erzählen kann. Daher möchte ich dir erneut das Angebot machen, dass du dich jederzeit gerne an uns wenden kannst. Wir sind zum einen unter sorgen@kbookshelf.de oder über Discord erreichbar. Wir können dich nicht heilen, aber wir können dir zuhören und für dich da sein. Du bist nicht alleine. Ich lebe seit 30 Jahren mit diesen Stimmen und schaffe es mittlerweile, 40 % meiner Zeit glücklich zu sein. Vor fünf Jahren war es vielleicht 30 % und im vorletzten Jahr nur 33 %. Also ein stetiges Arbeiten und vor allem die Hilfe der Menschen um mich herum hat mir sehr geholfen, glücklicher zu werden. Mein Ziel ist es, die 70 % zu erreichen. Denn kein Mensch der Welt kann zu 100 % glücklich sein. Ein realistisches Ziel, oder?
~Kya

Wenn du fragen, Sorgen oder Ideen hast kannst du uns gerne ins Gästebuch schreiben oder du sendest uns eine E-Mail unter: sorgen@kbookshelf.de oder joine unserem Discordserver.

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16.01.2021 Stimme im Kopf

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